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Starbucks in den USA

Montag, 21. September 2015

Die Expansion von Starbucks in den USA ist beeindruckend. Die „Erlebniskultur“ oder sagen wir besser der „Kult“ - bewusst von der Firma kreiert - ist das eigentliche Tüpfelchen auf dem „i“.

 


Bei meiner letzten Reise durch Kalifornien ist mir die Dominanz von Starbucks im Straßenbild von San Francisco und Los Angeles aufgefallen. Wer in der Service- und Restaurationsbranche etwas erreichen möchte, sollte sich Starbucks zum Maßstab nehmen. Denn der Erfolg von Starbucks beruht nicht so sehr auf der Qualität der angebotenen Kaffeesorten, Getränke und Snacks. Entscheidend sind zusätzliche, durchdachte Kriterien, die konsequent von der Konzernleitung umgesetzt werden.

  1. Starbucks mietet fast ausschließlich Ecklokale in Lauflagen. Warum? Zum einen, eine höhere sichtbare Präsenz im Straßenbild. Zum anderen, viele Kunden kommen alleine und wollen vom Lokal aus mehr vom Geschehen auf der Straße erleben oder selbst besser gesehen werden. Das hat eine belebende Wirkung auf den Gast. Ein Mittel gegen latente Langeweile und Einsamkeit der Großstädter.
  2. Starbucks zahlt den Beschäftigten (meistens Teilzeitkräfte mit mehreren Jobs) bessere Löhne. Der Effekt: Eine Art „Happy“ Gruppenstimmung von coolen und cleveren Mitarbeitern. In Los Angeles traf ich auf Joe, 36 Jahre, an der Kasse. Morgens im Starbucks, abends arbeitet er in eine Bar. Bester Dinge.
  3. Starbucks hat es geschafft, den Tagesstart mit einer dynamisierenden Wirkung zu versehen. Statt bedrückt, alleine zu Hause, seinen Kaffee oder Zerealien zu schlürfen, begeben sich immer mehr Städter in ein vitalisierendes Starbucks Ambiente. Die Vitaminspritze für den Tag. Für viele Kunden ist es ein Teil des Lebensstils geworden.
  4. Jüngste Erhebungen in den USA haben gezeigt, dass Starbucks der bevorzugte Ort ist, im Dating-Business. Einen ersten Treff für ein neues Date legen Amerikaner bevorzugt in die unverkrampfte und gelöste Atmosphäre eines Starbucks Lokals. Hier spielt wiederum das Konzept des hellen Ecklokals, mit vielen Fenstern, im Unterbewusstsein eine Rolle - keine dunkle Spelunke, stattdessen offen und hell. Das hat nichts Konspiratives oder Angst einflößendes an sich.

 

Das Beispiel Starbucks macht deutlich, wie sehr es heute auf die richtige Erfassung der psychologischen Stimmung und Bedürfnisse der Kunden ankommt. Diese multidimensionale Komponente bei der Kundenorientierung spielt beim Erfolg auch vieler anderer Branchen mittlerweile eine entscheidende Rolle.

 

Als konservativer Value Investor ist mir Starbucks heute mit seiner schon weit fortgeschrittenen Expansion und Flächenabdeckung eher zu teuer. Die Bewertung basiert auf dem Wachstumsmodell. Schade an sich. Es juckt einem in den Fingern. Auf meiner Watchlist hat das Unternehmen seinen festen Platz. Schauen wir mal in den nächsten Jahren, wie sich die Dinge bei Starbucks entwickeln und was die Börse daraus für Schlüsse zieht.

 

 

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