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Sind Konglomerate an der Börse noch zeitgemäß?

Montag, 11. Mai 2015

Große Mischkonzerne, die sogenannten Konglomerate, waren einst die Lieblinge der Börsianer. Doch sind sie das richtige Investment-

Modell für die Zukunft?


Am 8. Mai 2015 ist in der Zeitung zu lesen: "Siemens verschärft Sparpläne. Konzernumsatz. Jobabbau. Weitere 4.500 Arbeitsplätze werden gestrichen."

 

Es lohnt sich, genauer hinzuschauen, was für ein Gebilde solch ein Konglomerat eigentlich ist.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären der Chef des Siemens Konzerns. Sie hätten 342.000 Mitarbeiter, davon

114.000 in Deutschland, also 228.000 im Ausland. Sie wären verantwortlich für die Herstellung, den Vertrieb und das Marketing von Antriebsmotoren, Getrieben und Kupplungen, für Geräte zur Stromerzeugung und Stromverteilung, Sensoriksystemen, Kraftwerkstechnik und Gasturbinen, Labordiagnostik, Schienenverkehrstechnik, Elektroinstallationstechnik und einiges mehr. Bis vor kurzem gehörten auch noch Glühbirnen, Hörgeräte und Hausgeräte zu dem Imperium.

Und das alles über den Globus verteilt.

 

Diese Mischkonzern-Strukturen stammen aus einer Zeit, als Kapital und Know How ein knappes Gut waren. Alles wurde notgedrungen In-House entwickelt oder in Gang gesetzt. Die Bündelung von singulären Fachwissen war ein Wettbewerbsvorteil. Es standen relativ wenig attraktive Absatzmärkte zur Verfügung. So expandierte man also in die Breite.

 

Inzwischen sind die Herausforderungen, auch nur in einem einzigen Sektor weltweit  bestehen zu können, ein echte Herkulesarbeit für Jahrzehnte. Heute bedarf es voll und ganz fokussierter Unternehmen mit ganz eigenen Firmenkulturen. Nur diese werden in der Lage sein, auf Dauer Top-Experten für sich zu gewinnen. Die Motivation und Mobilisierung dieser Mitarbeiter wird darüber entscheiden, ob ein Unternehmen einen Vorsprung global ausbauen und halten kann.

 

 

 

Schon lange ist die Kurs-Performance vieler Spezialunternehmen an der Börse besser, als die der Konglomerate. Ein Beispiel:

In den letzten fünf Jahren hat der Aufzughersteller Schindler um + 74,2 % zugelegt. ThyssenKrupp lediglich um + 9,6 %. Dort ist die profitable Aufzugssparte nur Teil eines Mischkonzerns. In den letzten 10 Jahren sind Schindler um + 124 % gestiegen, Thyssen Krupp um + 72 %.

 

Der versierte Investor setzt auf schlanke, voll fokussierte Unternehmen, die ihre Energie einer Sache oder einer Branche widmen. Den Grad des Risikoausgleichs schafft er selbst, in dem er sein Portfolio entsprechend strukturiert und aus Spezialfirmen zusammensetzt. So kann er auf Segmente, Sektoren und Regionen setzen, von deren Kraft und Zukunftsaussichten er überzeugt ist.

Ein solches Portfolio wird auf Dauer effizienter sein, als ein Mischkonzern nach der Devise " alles unter einem Dach ". Einen schwerlastigen Konzern-Overhead braucht es nicht.

 

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